Wird heute von Flüssigdünger gesprochen, ist meistens Ammonnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) gemeint.

Flüssigdünger sind in der Regel als schwach wassergefährdende Stoffe in die
Wassergefährdungsklasse (WGK) 1 eingestuft und dürfen nicht in Abwasseranlagen, Gewässer oder ins Grundwasser gelangen. Der Umgang mit Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Stoffe ist im Wasserhaushaltsgesetz (WHG), den Wassergesetzen (WG) der Länder und den entsprechenden Verwaltungsvorschriften (VAwS-Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) vorgeschrieben.

Bei der Lagerung beachten Sie bitte auch die jeweiligen bau- und wasserrechtlichen Vorschriften und stimmen die Bedingungen zur Genehmigung mit den örtlichen Behörden ab. Unsere Flüssigdünger unterliegen den Vorschriften der Gefahrstoffverordnung Düngemittel mit Ammonnitrat Gruppe D I.

Grundsatzanforderungen an die Lagerung nach dem WHG

  1. Lageranlagen müssen so beschaffen sein und betrieben werden, dass Flüssigdünger nicht austreten können. Sie müssen dicht, standsicher und gegen die zu erwartenden mechanischen, thermischen und chemischen Einflüsse hinreichend widerstandsfähig sein. Einwandige unterirdische Lageranlagen sind unzulässig.
  2. Undichtigkeiten aller Anlagenteile, die mit wassergefährdenden Stoffen in Berührung kommen, müssen schnell und zuverlässig erkennbar sein.
  3. Austretender Flüssigdünger muss schnell und zuverlässig erkannt, zurückgehalten und verwertet oder ordnungsgemäß beseitigt werden. Im Regelfall müssen die Anlagen mit einem dichten und beständigen Auffangraum ausgerüstet werden, sofern sie nicht doppelwandig und mit einem Leckanzeigegerät versehen sind. Der Auffangraum muss, im Falle keiner anderen Sicherungsmöglichkeit (Wiederzuleitung in den Behälter durch eine Pumpe), das Volumen des entsprechenden Tanks aufnehmen können.
  4. Im Schadensfall anfallende Stoffe, die mit ausgetretenen wassergefährdenden Stoffen verunreinigt sein können, müssen zurückgehalten und ordnungsgemäß verwertet oder beseitigt werden. Auffangräume dürfen keine Abläufe haben.

Die Anlagen müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen sowie danach aufgebaut, unterhalten und betrieben werden. Sie werden nach ihrem Lagervolumen in drei Gefährdungsstufen eingeteilt: A für Anlagen bis zu 100 m3, B für Anlagen über 100 m3 bis zu 1.000 m3 und C für Anlagen über 1.000 m3.

Da Flüssigdünger in der Regel, als schwach wassergefährdende Flüssigkeiten gelten sind die Lagervorschriften denen von Heizöl vergleichbar.
Eine genaue Einstufung in eine Wassergefährdungsklasse (WGK) können Sie dem Sicherheitsdatenblatt der Hersteller entnehmen.

Besondere Schutzmaßnahmen für das Lagern, Abfüllen und innerbetriebliche Befördern von Ammo-niumnitrat und ammoniumnitrathaltigen Zubereitungen enthält die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 511 „Ammoniumnitrat“.

In Wasserschutzgebieten und Überschwemmungsgebieten sind besondere Anforderungen zu erfüllen.

Flüssigdünger werden überwiegend durch Tankfahrzeuge mit 25 t Ladegewicht geliefert. Um Engpässe zu vermeiden, sollte das Lager deshalb mindestens 30 t fassen.

Da Flüssigdünger als schwach wassergefährdender Stoff eingestuft ist, unterliegt die Lagerung entsprechenden Vorschriften mit Genehmigungs- und Anzeigepflicht. Die behördlichen Forderungen können von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein.

Das von uns eingesetzte System basiert auf fabrikneuen oder gebrauchten Lagerbehältern nach DIN 6616, welche auch zur Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten wie z.B. Heizöl oder Diesel verwendet werden. In diese Behälter wird eine speziell für Flüssigdünger / AHL gefertigte Kunststoffhülle montiert. Der Flüssigdünger kommt somit nur mit der Kunststoffinnenhülle in Berührung und kann somit keine Korrosionsschäden am Lagertank verursachen.

Die Ätzintensität der nicht flüchtigen, leicht nach Ammoniak riechenden AHL ist mit Salzlake oder Sole zu vergleichen. Die korrosiven Eigenschaften beider Düngerlösungen, besonders gegenüber Bunt und Eisenmetallen, müssen durch entsprechende Materialwahl beim Lagerbau berücksichtigt werden.

Empfehlungen zu Pumpen
Verwenden Sie eine Pumpe aus Edelstahl oder Kunststoff mit Gleitringdichtung
oder Magnetkupplung. Eine Chemiekreiselpumpe mit Stopfbuchsabdichtung kommt wegen der stofflichen Eigenschaften von Flüssigdüngern nicht in Frage.

Auch die Armaturen und Rohrleitungen sollten möglichst aus Edelstahl oder Kunststoff sein. Bei C-Stahl ist darauf zu achten, dass die Passivierung der Metalloberfläche nicht durch Feststoffablagerungen verhindert wird. C-Stahl-Rohrleitungen müssen in abgestelltem Zustand mit AHL flüssig-Lösung gefüllt bleiben. Leer stehende Leitungen sollten nie mit Wasser gespült werden.

Hinweis

Gerne beraten wir Sie unverbindlich und erstellen Ihnen ein Angebot. Rufen Sie uns an. Tel.: 02597 / 96440