Tanksicherungsanlagen – Gefährdungen vermeiden – Sicherheitsarmaturen sind Vorschrift

Um Gefährdungen durch Tankanlagen zu vermeiden sind, je nach Tankart, für Lagermedium und Standort verschiedene Sicherheitsarmaturen an einem Tank vorgeschrieben.

Leckwarngerät (Leckanzeigegerät)
Leckwarngeräte finden bei doppelwandigen Tanks Anwendung. Damit eine Beschädigung an einem der Wandungen rechtzeitig erkannt werden kann, wird der Zwischenraum mit einem Leckwarngerät überwacht.

Es gibt Leckwarngeräte, die mit Unterdruck, Überdruck oder Kontrollflüssigkeit arbeiten. Bei Leckwarngeräten mit Unterdruck wird im Zwischenraum ein Vakuum erzeugt. Im Falle einer Beschädigung eines der Wandungen bricht das Vakuum zusammen und das Gerät schlägt Alarm. Analog entweicht der Druck bei einem Leckwarngerät mit Überdruck im Schadensfall, was zu einem Alarmsignal führt. Das am meisten verbreitete Leckwarngerät ist das, das mit einer Kontrollflüssigkeit arbeitet. Hier ist der Zwischenraum des Tanks mit einem Leckanzeigeflüssigkeitsbehälter verbunden, der Kontrollflüssigkeit enthält. Wird eine Wandung schadhaft, so tritt Flüssigkeit aus und der Füllstand des Leckanzeigeflüssigkeitsbehälters sinkt. Diese Senkung wird von einem Geber des Leckwarngeräts registriert. Das Leckwarngerät zeigt die Leckage dann als visuellen und akustischen Alarm an.

Leckwarngerät

Grenzwertgeber (GWG)
Der Grenzwertgeber ist ein Gerät, der den Füllvorgang des Tanks vor erreichen des zulässigen Flüssigkeitsstandes unterbricht. Das Funktionsprinzip des Grenzwertgebers ist folgender. Er enthält einen Kaltleiter, der im kalten Zustand einen sehr niedrigen elektrischen Widerstand hat. Dieser wird vor dem Füllvorgang elektrisch erwärmt, wodurch der elektrische Widerstand sich erhöht. Das bedeutet, dass jetzt weniger Strom fließt. Wenn der Flüssigkeitsstand im Tank den zulässigen Füllstand erreicht, wird der Kaltleiter vom Heizöl abgekühlt. Dadurch sinkt der elektrische Widerstand drastisch ab, was einen plötzlichen Anstieg des Stromflusses zur Folge hat. Dieser wird registriert und führt zur automatischen Beendigung des Befüllvorgangs.

Grenzwertgeber aus der Zeit vor 1984 haben – ähnlich einem Tee-Ei – kleine Löcher, durch die das Heizöl eindringt, wodurch der elektrische Impuls zur Abschaltung der Pumpe am Tankwagen ausgelöst wird. Diese Öffnungen können sich im Laufe der Jahre zusetzen. Die Folge: Der Heizöltank ist beim Befüllen nicht mehr sicher!

Neue Grenzwertgeber besitzen statt der Lochbohrungen lange Schlitze, die eine dauerhafte Sicherheit gewährleisten. Lassen Sie deshalb Ihren Grenzwertgeber überprüfen und gegebenenfalls austauschen.

Grenzwertgeber

Überfüllsicherung
(1) Jeder Tank muss mit einer Überfüllsicherung ausgerüstet sein, die rechtzeitig vor Erreichen des zulässigen Füllungsgrades den Füllvorgang unterbricht oder akustischen Alarm auslöst. Tanks zur Lagerung von Ottokraftstoff und Tanks mit einem Rauminhalt von mehr als 1.000 l zur Lagerung von Dieselkraftstoff oder Heizöl EL, die aus Straßentankfahrzeugen oder Aufsetztanks befüllt werden, müssen mit einem Grenzwertgeber ausgerüstet sein, der die Funktion einer Abfüllsicherung an Straßentankfahrzeugen oder Aufsetztanks ermöglicht. Zusätzliche Anforderungen an Überfüllsicherungen für genehmigungsbedürftige Läger nach Nummer 9.2 des Anhanges zur 4. BImSchV siehe Nummer 9.7.2.

(2) Absatz 1 gilt nicht für oberirdische Tanks mit einem Rauminhalt von nicht mehr als 1000 l zur Lagerung von Dieselkraftstoff oder Heizöl EL.

(3) Einzeltanks mit einem Rauminhalt bis 1000 l zur Lagerung von Dieselkraftstoff oder Heizöl EL dürfen aus Straßentankfahrzeugen, Aufsetztanks oder Tankcontainern im Vollschlauchsystem mit einem nach dem Totmannprinzip schließenden Zapfventil mit Füllraten von nicht mehr als 200 l/min im freien Auslauf befüllt werden.

(4) Bei Tanks, die nach Absatz 2 ohne Grenzwertgeber befüllt werden dürfen, muss der zulässige Flüssigkeitsstand gekennzeichnet sein, z. B. durch eine Markierung auf dem Peilstab oder bei Tanks mit durchscheinenden Wandungen an der Tankwand.

(5) Bei diskontinuierlicher Befüllung (z. B. Befüllen von Sammelbehältern) von Tanks mit einem Rauminhalt bis 1000 l und ortsbeweglichen Gefäßen mit kleinen Mengen Altöl oder anderen Abfallstoffen brauchen die Tanks bzw. Gefäße nicht mit einer Überfüllsicherung ausgerüstet zu sein, wenn durch geeignete Bauweise des Trichters der Einfüllöffnung die Standhöhe in Höhe des zulässigen Füllungsgrades ausreichend sichtbar ist.

(6) Füllanschlüsse und Anschlüsse für die Grenzwertgeber sind eindeutig zuzuordnen.

(7) Bei der Montage und Installation von Überfüllsicherungen ist Anhang O Nummer 5 Ziffer 1 zu beachten.

Überdrucksicherung
Bei standortgefertigten Tanks aus Stahl ist eine Überdrucksicherung (Berstsicherung) erforderlich, so dass im Tank kein höherer Druck als der zulässige Prüfdruck entstehen kann. Dazu dient z.B. ein spezielles Federventil oder ein spezieller Deckel.

Antiheberventil
Bei einer Saugleitung, bei der das höchstmögliche Heizölniveau im Öllagerbehälter höher ist als der tiefste Punkt der Saugleitung (siehe Installationsbeispiel), kann bei Leckage Heizöl durch Saugheberwirkung selbsttätig aus dem Öllagerbehälter auslaufen. Daher sind geeignete Schutzvorkehrungen einzubauen. Eingesetzt werden Magnetventile und sogenannte Membran-Antiheberventile (MAV). Für beide Armaturen muss die Eignung von der zuständigen Behörde festgestellt worden sein, beziehungsweise die wasserrechtliche Bauartzulassung vorliegen. Bei der Installation ist darauf zu achten, dass der saugseitige Unterdruck an der Ölbrennerpumpe 0,4 bar im ungünstigsten Fall nicht übersteigt.

Tanksicherungsanlage

Hinweis

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